Mindestlohn 2017 Zeitstunde

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2017 von 8,50 Euro auf 8,84  Euro brutto je Zeitstunde erhöht. Das entspricht einem Delta von 0,34 EUR.

Das Bundeskabinett stimmte am 26.10.2016 dem Beschluss zu. Damit wird die Entscheidung der Mindestlohnkommission umgesetzt und verbindlich gemacht. Die Verordnung tritt somit 1.1.2017 in Kraft.

Mindestlohn 2017 Zeitstunde

Mindestlohn 2017 Zeitstunde

Nach dem Mindestlohngesetz entscheidet ein ständiges Gremium der Tarifpartner alle 2 Jahre über die Anpassung der Höhe des Mindestlohns. Die nächste Entscheidung findet 2018 statt. Zu dem Gremium der Mindestlohnkommission gehören an: Je 3 stimmberechtigte Vertreter von AG und AN, 2 beratende Wissenschaftler und der Vorsitzende.

 

Übergangsregelung

Die „Übergangsregelung“, die es in bestimmten Branchen erlaubt, tarifvertraglich vom Mindestlohn abzuweichen, endet am 31.12.2016. Ab dem 1.1.2017 müssen die betroffenen Beschäftigten mindes­tens 8,50 € bekommen. Ab dem 1.1.2018 gilt aber auch hier dann der von der Mindestlohnkommission neu festgesetzte Mindestlohn.

Für Saisonarbeiter, z. B. Erntehelfer, gilt der gesetzliche Mindestlohn. Sie können kurzfristig statt 50 bis zu 70 Tage pro Jahr sozialabgabenfrei arbeiten. Diese Regelung gilt noch bis Ende 2018. Zeitungsausträger haben ab dem 1.1.2017 einen Anspruch auf 8,50 – ab 1.1.2018 gilt auch hier der neu festgesetzte Mindestlohn.

Bei ihrer Entscheidung hat das Mindestlohngremium auch geprüft, ob der Mindestlohn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angemessen schützt. Der Mindestlohn darf fairen Wettbewerb und Beschäftigung nicht gefährden – so die Bundesregierung.

 

Minijobber

Gehaltsplanung-Excel-ASR-Online

ASR-Online – Personalkostenplanung

Sofern Unternehmen Minijobber beschäftigen, sollte es rechtzeitig prüfen, ob der Mindestlohn die jährliche Entgeltgrenze von 5.400 € (450 € x 12) bei beschäftigten Minijobbern überschreitet. Dann würde kein beitragsfreier Minijob mehr vorliegen. Hierbei sind auch Einmalzahlungen zu berücksichtigen.

Beispiel:

Das Unternehmen beschäftigte 2016 für 50 Stunden/Monat einen Minijobber zu einem Stundenlohn von 8,50 €. Eine vertraglich vorgesehene Einmalzahlung beträgt 250 €. Während 2016 die jährliche Geringfügigkeitsgrenze mit einem Jahresentgelt von 5.350 € noch unterschritten wäre (Entgeltgrenze 450 € x 12 Monat = 5.400 € im Jahr), hat der Mindestlohn 2017 zur Folge, dass diese Grenze um 154 € überschritten wird, denn das Jahresentgelt liegt dann bei 5.554 €. Das Arbeitsverhältnis wird sozialversicherungspflichtig.

 

Personalkosten-Planung und Aufbewahrungspflicht

Die Gehälter von AN sind von den betroffenen Unternehmen auf 8,84 € brutto je Arbeitsstunde anzupassen. Insbesondere bei den Minijobbern sollten mit Blick auf die 450-€-Grenze die Verträge überprüft und ggf. zum 1.1.2017 angepasst werden. Für ASR-Online-Kunden werden für die Personalkostenplanung und Bedarfsplanung die entsprechenden Felder angepasst.

Die Aufzeichnungspflichten gelten weiterhin uneingeschränkt fort. Die Unterlagen sind mindestens 2 Jahre aufzubewahren (siehe Excel-Arbeitszeit-Tool).

Für die Personalkostenplanung im Bereich Compensation & Benefits stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Quellen:

stallwanger HR-Consulting – ASR-Online, BMF-Schreiben: Mittwoch, 26. Oktober 2016

 

 

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